Anke Röhrscheid

Ohne Titel, 2007
Aquarelle auf 
Büttenpapier
je 15 x 9 cm

 




Ohne Titel, 2007
Aquarelle auf  Büttenpapier 
je 15 x 9 cm
 
Ohne Titel, 2007
Aquarell auf
Büttenpapier
9 x 15 cm
 

1965                 geboren in Erfurt
1992-98            Staatliche Hochschule für Bildende Künste, Städelschule,
                         Frankfurt am Main, Klasse Hermann Nitsch
1998                 Abschluss des Studiums als Meisterschülerin bei Hermann Nitsch

lebt und arbeitet in Frankfurt am Main


Einzelausstellungen (Auswahl):

2009                 transfer, Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main
2008                 Jahresgaben, Kunstverein Leverkusen, Museum Schloß Morsbroich
2007                 Undercover, Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main    
2005                 Ivory Black, Karmeliterkloster, Frankfurt am Main (Kat.)
2004                 Innocent Nature, Pfefferwerk, Berlin
                         Oberhessisches Museum, Gießen
2003                 Bright Red, Kunst im Dominikanerkloster, Frankfurt/M. (Kat.)
                         Metamorphosis Florilegium, Villa Gans, Kronberg/Ts.
2002                 Galerie Werno Strobel, Mannheim
2001                 Contemporary Art Studio, Budapest

1997                 Kunst im Dominikanerkloster, Frankfurt am Main (Kat.)
 

Gruppenausstellungen (Auswahl):

2009                 My Generation, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main
2007                 Kleine Formate, Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M.
                         Kunstverein Arnsberg
2006                 Lucie Beppler, Anke Röhrscheid, Elly Strik (kuratiert von Dr. Jean- 
                         Christoph Ammann), Kunsthalle Palazzo, Basel
                         FOKUHILA
(kuratiert von Ludwig Seyfarth), Galerie Elly Brose-Eiermann, 
                         Dresden
                         Galerie für aktuelle Kunst Deck, Stuttgart
                         Summer in the City, Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main
                         Amor Vincit Omnia (kuratiert von Dr. Dadja Altenburg-Kohl), Verein 
                         Saarländische Galerie - Europäisches Kunstforum e.V., Berlin
                         Meisterzeichnungen, Galerie Lang, Wien
2005                 Kleine Formate, Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main
                         Cellular, Ausstellungshalle Schulstraße 1A, Frankfurt am Main
2004                 30 Papierarbeiten, Ausstellungshalle Schulstraße 1A, Frankfurt am Main
                         Thema Landschaft, Ausstellungshalle Schulstraße 1A, Frankfurt am Main
2003                 Klasse Hermann Nitsch, Ausstellungshalle Schulstraße 1A, Frankfurt am Main
2002                 Natur und Zeit, Landesgartenschau Kunst, Hanau
1998                 Stuttgart 17.7.1956 - Salem Visconsin 3.3.1979, Portikus, Frankfurt am Main (Kat.)
1997                 Positionen und Perspektiven, Galerie Frank Hänel, Frankfurt am Main
1994                 Hermann Nitsch, Schloss Prinzendorf bei Wien, Österreich
 

Werke in öffentlichen Sammlungen:   

Graphische Sammlung Städelmuseum, Frankfurt am Main                                                  
Deutsche Bank                                                                   
PNB Paribas Bank, Frankfurt am Main                                             
Hypobank, München                                                                      
L - Bank – Staatsbank für Baden-Württemberg                                               
Amt für Wissenschaft und Kunst, Frankfurt am Main
Hessisches Ministerium für Finanzen, Wiesbaden
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum, Darmstadt


Es ist dieses Ungewisse, das eine präzise Form annimmt. Eine Form, die sich obszön ankündigt, haptisch erfasst werden will. Anke Röhrscheids dunkeltonige Aquarelle provozieren eine geradezu orale Wahrnehmung. Eine Zungenwahrnehmung, mit geschlossenen Augen, welche das innere Auge wandern lässt. Das innere Auge sieht und fühlt zugleich, folgt der Partitur der Künstlerin. Gesehenes verlagert sich in Körperwahrnehmung. Man könnte von einem voyeuristischen Moment sprechen. Aber wie beim Gesang der Sirenen ziehen einen die Bilder in den Abgrund. Der Abgrund ist Erfüllung. Man taucht immer wieder auf, um verschlungen zu werden. Eine meditative Obsession, der man sich hingibt.
Vor dem inneren Auge verändern sich die Formen. Sie umschmiegen, verstören einen. Sie könnten gefährlich werden, aber sie wissen um das Spiel der Verführung. Eine Verführung, die nicht nachlässt, sich stets von neuem generiert. Taucht man aus dem Abgrund auf, gleicht der Weg ins Ungewisse einer Sucht. Anke Röhrscheid qualifiziert Verführung als Wunsch der Bilder gesehen und geliebt zu werden. Alle Bilder wollen früher oder später geliebt werden (wie auch immer sie sich darstellen). Sie werden zu Ikonen oder Hetären. Die Ikonen halten auf Abstand. Sie dienen der reinen Anschauung. Die Hetären schaffen und formen das Bewusstsein des Körpers. Sie dringen in die Poren. Da sie verführen und schön sind, wollen sie auch immer wieder gesehen werden. 
Anke Röhrscheids Bilder sind Hetären. Sie verkörpern Sinnlichkeit: weiche, verschwiegene, verschlungene, sich öffnende, beobachtende Sinnlichkeit.
Merkwürdig ist, wie im Gerinnen der Zeit aus dem Verführungspotenzial ihrer Bilder Ikonen werden. Es ist die erlebte Intensität, die zu uns spricht. Sie lässt uns nicht aus den Augen. Ein Blick, den man nicht vergisst.


Jean-Christophe Ammann